Growmate: Bewässerung nach Bedarf statt nach Zeitplan
Wer mehrere Pflanzen gleichzeitig kultiviert, kennt das Problem: Jede entwickelt sich anders, trocknet unterschiedlich schnell ab und bräuchte eigentlich eine eigene Versorgung. Eine Zeitschaltuhr kann das nicht abbilden – sie gießt alle gleich, unabhängig davon, wer wie viel braucht.
Genau hier setzt Growmate an. Das in der Schweiz entwickelte System misst die Substratfeuchte je Pflanze und bewässert nur dann, wenn tatsächlich Bedarf besteht.
Warum Sensorik den Unterschied macht
Klassische Bewässerungssysteme arbeiten nach Zeitplan: alle zwei Tage, jeweils dieselbe Menge. Das funktioniert, solange alle Pflanzen gleich groß sind und das Klima konstant bleibt – also praktisch nie.
Growmate nutzt stattdessen Erdfeuchtesensoren. Jede Pflanze bekommt einen eigenen, und die Bewässerung startet erst, wenn der gemessene Wert unter die eingestellte Schwelle fällt.
- Weniger Überwässerung. Der häufigste Anfängerfehler überhaupt – und die häufigste Ursache für Wurzelprobleme.
- Weniger Trockenstress. Auch das Gegenteil wird abgefangen.
- Individuelle Versorgung. Die große Pflanze bekommt mehr, die kleine weniger.
- Stabilere Bedingungen über die gesamte Kultur hinweg.
Vier Kanäle, vier eigenständige Regelkreise
Ein System steuert bis zu vier Pflanzen. Jeder Kanal arbeitet unabhängig mit eigenem Sensor, eigenen Parametern und eigenen Schwellenwerten.
Das ist vor allem dann nützlich, wenn du unterschiedliche Pflanzen in einem Zelt hast – etwa verschiedene Größen, verschiedene Topfgrößen oder Pflanzen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Sie haben unterschiedlichen Bedarf, und mit einer einzelnen Zeitschaltuhr wird immer eine von beiden falsch versorgt.
Steuerung per App
Die Verbindung läuft über WLAN und Bluetooth, die App ist für Android und iOS verfügbar. Darüber kannst du:
- Bewässerungsfenster festlegen – etwa nur während der Lichtphase
- die aktuellen Feuchtigkeitswerte einsehen
- Benachrichtigungen erhalten, wenn Werte auffällig werden
- Einstellungen von unterwegs anpassen
Der praktische Nutzen liegt weniger im Fernzugriff als in den Daten: Du siehst über Tage hinweg, wie schnell dein Substrat abtrocknet – und lernst daraus mehr über dein Setup als aus jedem Ratgeber.
Shot-Bewässerung: mehrere kleine Gaben statt einer großen
Statt einmal viel Wasser zu geben, teilt das System die Menge in mehrere kleine Zyklen auf. Das hat einen konkreten Grund.
Bei einer großen Wassergabe sucht sich das Wasser den Weg des geringsten Widerstands und läuft an den Rändern entlang nach unten. Dieses Channeling führt dazu, dass Teile des Substrats trocken bleiben, während unten bereits Wasser abläuft. Kleinere Gaben mit Pausen dazwischen geben dem Substrat Zeit, sich gleichmäßig vollzusaugen.
Bei Kokos ist das besonders relevant, weil das Medium schnell durchlässig wird und wenig puffert.
Freie Tankwahl
Viele Systeme arbeiten mit fest integrierten Tanks, deren Größe du nicht ändern kannst. Growmate lässt sich mit nahezu jedem externen Behälter betreiben.
- kleiner Kanister für den Alltag
- großer Tank für längere Abwesenheiten
- Wechsel jederzeit möglich, ohne Umbau
Für Urlaubszeiten ist das der entscheidende Punkt: Die Reichweite ergibt sich aus der Tankgröße, nicht aus einer Herstellervorgabe.
Einsatz mit Flüssigdünger
Das System ist für den Betrieb mit Nährlösung ausgelegt und verfügt über eine integrierte Zirkulation. Die hält die Lösung in Bewegung, was zwei Probleme entschärft:
- Ablagerungen am Tankboden. Vor allem Calcium setzt sich bei längerer Standzeit ab.
- Entmischung. Die Nährstoffkonzentration bleibt über den ganzen Tank gleichmäßig.
Trotzdem: Steh angesetzte Nährlösung nicht unbegrenzt lange. Auch mit Zirkulation solltest du den Tank regelmäßig leeren, reinigen und neu ansetzen – Algen und Biofilm bilden sich sonst unabhängig von der Bewegung.
Für wen es sich lohnt
Sinnvoll, wenn du:
- mehrere Pflanzen mit unterschiedlichem Bedarf kultivierst
- beruflich eingespannt bist oder öfter unterwegs
- in Kokos arbeitest, wo gleichmäßige Durchfeuchtung besonders zählt
- verstehen willst, wie sich dein Substrat tatsächlich verhält
Weniger nötig, wenn du ein bis zwei Pflanzen in Erde hast und täglich vor Ort bist. Dann tut es die Gießkanne – und du bekommst durch das Anheben des Topfes ein besseres Gefühl für den Wasserbedarf, als jeder Sensor es vermitteln kann.
Fazit
Growmate bringt bedarfsgesteuerte Bewässerung in den kleinen Maßstab. Der Unterschied zur Zeitschaltuhr ist nicht der Komfort, sondern das Prinzip: Es wird gegossen, wenn die Pflanze es braucht, nicht wenn der Timer es sagt.
Für alle, die mehrere Pflanzen betreuen oder nicht täglich vor Ort sein können, ist das ein spürbarer Unterschied im Alltag.
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Häufige Fragen zu Growmate
Wie viele Pflanzen kann ich steuern?
Bis zu vier pro System, jede mit eigenem Sensor und eigenen Schwellenwerten.
Funktioniert es ohne Internet?
Die Bewässerung läuft lokal weiter. Für den Fernzugriff über die App brauchst du eine Verbindung.
Welchen Tank brauche ich?
Nahezu jeder externe Behälter funktioniert. Die Größe bestimmt, wie lange du ohne Nachfüllen auskommst.
Kann ich Flüssigdünger verwenden?
Ja, das System ist dafür ausgelegt und hält die Lösung durch Zirkulation in Bewegung. Den Tank solltest du trotzdem regelmäßig reinigen und neu ansetzen.
Was passiert bei Stromausfall?
Die Bewässerung setzt aus. Bei längeren Ausfällen solltest du manuell nachsehen, ob die Pflanzen versorgt sind.
Wo platziere ich den Sensor?
Im Wurzelbereich, aber nicht direkt am Tropfer – sonst misst er das gerade zugeführte Wasser statt der Substratfeuchte.
Eignet es sich für Erde und Kokos gleichermaßen?
Ja, die Schwellenwerte stellst du unterschiedlich ein. Kokos trocknet schneller ab und braucht häufigere, kleinere Gaben.