PK-Booster: Wann sie sinnvoll sind und wie du sie richtig einsetzt
PK-Booster liefern Phosphor und Kalium in konzentrierter Form – zwei Nährstoffe, deren Bedarf in der Blütephase deutlich ansteigt. Sie sind aber kein Pflichtprodukt: Viele Blütedünger decken diesen Bedarf bereits ab, und ein zusätzlicher Booster führt dann eher zu Überdüngung als zu besseren Ergebnissen.
Dieser Beitrag zeigt dir, wann sich der Einsatz lohnt, welche Produkte sich wie unterscheiden und welche Fehler am häufigsten passieren.
Was ein PK-Booster ist
Blütezusätze mit hohem Anteil an Phosphor und Kalium, eingesetzt in der mittleren bis späten Blütephase. Sie ergänzen den Basisdünger, ersetzen ihn aber nicht.
Gängige Formulierungen:
- PK 13/14 – der verbreitete Standard, einfach zu handhaben
- Hochkonzentrierte Varianten für die Endphase, mit geringerem Dosierspielraum
- Organische Produkte mit Aminosäuren, Zuckern und Fulvosäuren
Wann einsetzen
Das übliche Zeitfenster liegt zwischen der vierten und siebten Blütewoche – dann, wenn die Streckung abgeschlossen ist und die Pflanze ihre Energie in die Blütenbildung steckt.
- Woche 1 bis 3: noch kein PK. Die Pflanze streckt sich und braucht weiterhin Stickstoff.
- Woche 4 bis 5: Einstieg mit niedriger Dosierung.
- Woche 6 bis 7: volle Dosierung nach Herstellerangabe.
- Ab Woche 8: kein PK mehr, Übergang zur Spülphase.
Diese Einteilung ist ein Rahmen, kein Gesetz. Manche Hersteller sehen einen früheren Einstieg vor – richte dich nach dem Schema deines Produkts, nicht nach einer allgemeinen Wochenangabe.
Der EC-Wert entscheidet
PK-Booster heben den EC-Wert deutlich an. Wer sie ergänzt, ohne die Basisdüngung anzupassen, landet schnell über dem Zielbereich.
- Ziel-EC in der Blüte: etwa 1,4 bis 1,8 mS/cm, je nach Substrat und Pflanze
- Steigerung pro Woche: höchstens 0,2 bis 0,3 mS/cm
- pH-Zielbereiche: Erde 6,3 bis 6,5, Kokos 5,8 bis 6,2, Hydrokultur 5,5 bis 6,0
Reihenfolge beim Ansetzen: Basisdünger zuerst, dann der Booster, dann EC messen, pH zuletzt einstellen.
Dosierung nach Substrat
Erde
- Start: ab der vierten Blütewoche
- Dosierung: niedrig beginnen und schrittweise steigern
- Ende: spätestens zehn Tage vor Kulturende
Erde puffert und speichert. Was zu viel war, bleibt im Substrat und wirkt weiter – hier ist Zurückhaltung besonders wichtig.
Kokos
- Start: frühestens ab der dritten Blütewoche
- Dosierung: nach Herstellerangabe, EC engmaschig prüfen
- Kokos puffert kaum – Abweichungen wirken sich sofort aus
Hydrokultur
- Start: nach EC-Wert und Entwicklungsstadium, nicht nach Kalender
- Dosierung: gering, abhängig von der Konzentration des Produkts
- Hohe Effizienz, aber auch die geringste Fehlertoleranz
Die konkreten Milliliterangaben stehen auf dem Etikett. Sie unterscheiden sich zwischen den Produkten erheblich – eine Angabe aus einem Forum lässt sich nicht übertragen.
Die vier häufigsten Fehler
Zu früh angewendet
PK in der zweiten oder dritten Woche bremst die Streckung und kann Mikronährstoffe blockieren. Warte, bis sich echte Blütenansätze zeigen.
Nach dem Prinzip „mehr hilft mehr"
Eine Überdosierung führt zu Salzstress, verbrannten Blatträndern, Calciummangel und Wachstumsstopp. Das Schadbild sieht aus wie ein Mangel – wer dann nachlegt, verschlimmert es.
Auf hartem Leitungswasser eingesetzt
Liegt der EC deines Leitungswassers bereits über 0,6, ist wenig Spielraum nach oben. Osmosewasser mit CalMag als Basis gibt dir die Kontrolle zurück.
Zwei Booster kombiniert
Bio- und Mineralprodukte oder zwei PK-Zusätze gleichzeitig führen zu Blockaden und Überversorgung. Entscheide dich für ein Produkt.
Besonderheit bei starker LED-Beleuchtung
Unter hoher Lichtintensität wachsen Pflanzen kompakter, reagieren aber empfindlicher auf hohe Salzkonzentrationen. Praktische Folgen:
- Niedriger dosieren als bei schwächerer Beleuchtung
- Magnesiumbedarf steigt – CalMag mit einplanen
- EC häufiger messen, gerade in der Phase, in der du den Booster einführst
Welches Produkt passt zu dir?
Einsteiger auf Erde
Ein klassisches PK 13/14 – etwa von CANNA oder Plagron. Einfach zu dosieren, weit verbreitet, verzeiht kleinere Fehler. Prüf vorher den EC deines Leitungswassers.
Fortgeschritten mit Kokos oder Hydrokultur
Produkte mit erweitertem Profil wie Advanced Nutrients Big Bud oder hochkonzentrierte Varianten wie Aptus PK Boost. Mehr Steuerungsmöglichkeiten, aber auch weniger Dosierspielraum – tägliche EC- und pH-Kontrolle vorausgesetzt.
Organische Systeme
Green Buzz Organic More PK oder BioTabs PK Booster Compost Tea. Keine Salzbelastung, unterstützen das Bodenleben. Nicht mit mineralischen PK-Produkten kombinieren.
Am Ende spülen
In den letzten zehn bis vierzehn Tagen setzt du die Düngung ab und gießt nur noch mit klarem Wasser. Bei Osmosewasser mit einem EC von etwa 0,2 bis 0,3.
Ohne diesen Schritt bleiben Nährstoffreste im Substrat und im Pflanzengewebe zurück – das wirkt sich auf Geschmack und Qualität aus.
Fazit
PK-Booster sind weder Hexenwerk noch Wundermittel. Sie helfen, wenn dein Basisschema in der Hauptblüte an seine Grenzen kommt – und schaden, wenn du sie zu früh, zu hoch oder zusätzlich zu einem ohnehin gut versorgenden Dünger einsetzt.
Die wichtigste Regel: niedrig anfangen, EC messen, beobachten. Wer das einhält, macht mit fast jedem Produkt wenig falsch.
Checkliste
- Produkt passend zu Substrat und Düngeplan wählen
- Ab Woche 4 der Blüte schrittweise dosieren
- pH und EC regelmäßig kontrollieren
- EC des Leitungswassers vorher prüfen
- Booster nach dem Basisdünger ins Wasser geben
- Die letzten zehn bis vierzehn Tage nur noch spülen
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Passend dazu: Die Blütephase richtig steuern und Der komplette CalMag-Guide.
Häufige Fragen zu PK-Boostern
Brauche ich überhaupt einen PK-Booster?
Nicht zwingend. Viele Blütedünger enthalten bereits ausreichend Phosphor und Kalium. Prüf zuerst dein Basisschema, bevor du ergänzt.
Ab wann setze ich ihn ein?
Meist ab der vierten Blütewoche. Manche Hersteller sehen einen früheren Einstieg vor – richte dich nach dem Schema deines Produkts.
Wie erkenne ich eine Überdosierung?
An verbrannten Blatträndern, dunklem glänzendem Laub und stockendem Wachstum. Dann sofort zurückfahren und mit klarem Wasser spülen.
Kann ich zwei Booster kombinieren?
Nein. Die Nährstoffmengen addieren sich, und bei Bio- plus Mineralprodukten können zusätzlich Blockaden entstehen.
Booster vor oder nach dem Basisdünger?
Danach. Erst den Basisdünger einrühren, dann den Booster, dann EC messen und zuletzt den pH-Wert einstellen.
Warum sinkt mein pH-Wert nach der Zugabe?
Manche PK-Produkte wirken sauer. Deshalb wird der pH-Wert immer zuletzt eingestellt und nach dem Umrühren noch einmal geprüft.
Wie lange vor Kulturende absetzen?
Etwa zehn bis vierzehn Tage. In dieser Zeit nur noch mit klarem Wasser gießen.