rootinn: Mineralische Zusätze für gezieltes Nachsteuern
rootinn ist keine Düngerlinie für den Einstieg. Die Marke liefert keine Komplettlösung in der Flasche, sondern einzelne mineralische Bausteine – für alle, die ihr Grundschema laufen haben und gezielt an einzelnen Stellschrauben arbeiten wollen.
Der Ansatz: Viele Standarddünger decken NPK gut ab und behandeln alles darüber hinaus stiefmütterlich. Genau dort setzt rootinn an – bei Meso- und Mikronährstoffen.
Was rootinn anders macht
Die Produkte sind mineralisch und liegen als fein vermahlenes Pulver vor. Das hat zwei praktische Folgen: Sie sind hoch konzentriert und lange lagerfähig, ohne dass sich die Wirkung verändert.
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf:
- Mesonährstoffe – Calcium, Magnesium, Schwefel
- Mikronährstoffe – Eisen, Zink, Mangan, Bor und weitere Spurenelemente
- Huminsäuren und Fulvosäuren – sie verbessern die Verfügbarkeit von Nährstoffen, indem sie diese in aufnehmbarer Form halten
- Silizium – für stabilere Zellwände und bessere Stresstoleranz
Das ist ein Baukasten, keine Komplettlösung. Du kombinierst gezielt, statt eine fertige Mischung zu gießen.
Die Produkte im Überblick
- SeedTreatment – für Saatgut und Stecklinge, unterstützt Keimung und frühe Wurzelentwicklung
- PowerFlour – mineralischer Zusatz für kräftiges Wachstum und höhere Stresstoleranz
- CaMgS – Calcium, Magnesium und Schwefel für stabile Zellwände, sattes Blattgrün und bessere Nährstoffaufnahme
- Fe20 – Eisen und Spurenelemente gegen Chlorose und Mangelsymptome am Blatt
- Mg12 – magnesiumbetont, für Photosynthese und tiefes Grün
- Boron – Bor für Wachstumsspitzen, Blütenentwicklung und Zellstruktur
- AquaSave – für den Wasserhaushalt im Substrat
- Discovery Kit – Probierset zum Kennenlernen der Linie
Die Pulver lassen sich ins Gießwasser einrühren, ins Substrat einarbeiten oder – je nach Produkt – als Blattdüngung sprühen. Welche Anwendung für welches Produkt vorgesehen ist, steht in der jeweiligen Produktbeschreibung.
Blattdüngung: schnelle Korrektur bei Mangel
Bei der Blattdüngung wird der Nährstoff nicht über die Wurzel, sondern direkt über das Blatt aufgenommen – durch die Spaltöffnungen und die Blattoberfläche.
Der Vorteil ist die Geschwindigkeit. Bei leichten Mangelerscheinungen wie Eisenchlorose oder Magnesiummangel siehst du oft innerhalb weniger Tage eine Reaktion, während der Weg über Substrat und Wurzel deutlich länger dauert.
Worauf du achten musst:
- Nie bei eingeschalteter Lampe sprühen. Wassertropfen wirken wie Linsen und verursachen Blattschäden. Kurz vor dem Ende der Dunkelphase oder bei gedimmtem Licht ist der richtige Zeitpunkt.
- Blattunterseiten mitbehandeln. Dort sitzen die meisten Spaltöffnungen.
- Feiner Sprühnebel statt Strahl. Es soll benetzen, nicht abtropfen.
- Nicht in der Blüte anwenden. Feuchtigkeit auf dichten Blütenständen ist eine Einladung für Schimmel.
- Blattdüngung ersetzt nicht die Grundversorgung. Sie ist eine Korrekturmaßnahme, keine Ernährungsstrategie.
Für wen die Linie gedacht ist
rootinn ist ein Ergänzungssystem. Es setzt voraus, dass du bereits ein Basisschema fährst und weißt, warum du etwas ergänzt.
Sinnvoll, wenn du:
- gezielt Mikronährstoffe nachsteuern willst
- wiederkehrende Probleme mit Blattqualität oder Vitalität siehst
- in Kokos oder Hydrokultur arbeitest, wo Spurenelemente schnell aus dem Gleichgewicht geraten
- sehr weiches oder sehr hartes Leitungswasser hast und Calcium und Magnesium nachjustieren musst
- im Freiland auf Böden mit bekannten Mängeln arbeitest
Weniger geeignet, wenn du zum ersten Mal anbaust. Dann fährst du besser mit einem vollständigen Basisschema eines Herstellers und schaust später, wo du nachjustieren willst. Ein Baukasten hilft nur, wenn du weißt, welches Teil fehlt.
Anwendung: die Grundregeln
Immer nach Herstellerangabe dosieren. Die Pulver sind hoch konzentriert, eine Überdosierung ist schnell passiert und schwer zu korrigieren.
- Niedrig anfangen. Lieber am unteren Ende der Empfehlung beginnen und beobachten.
- Geduld haben. Effekte zeigen sich nach Tagen, nicht nach Stunden. Täglich nachzulegen führt zur Überversorgung.
- Nicht blind kombinieren. Wenn dein Basisdünger bereits Calcium, Magnesium oder Spurenelemente enthält, rechne die Mengen zusammen. Doppelversorgung ist der häufigste Fehler beim Kombinieren von Systemen.
- Eine Änderung zur Zeit. Wer zwei Produkte gleichzeitig neu einführt, weiß bei einer Reaktion nicht, welches sie ausgelöst hat.
Vor- und Nachteile
| Spricht dafür | Spricht dagegen |
|---|---|
| Starker Fokus auf Meso- und Mikronährstoffe | Kein Komplettdünger – ersetzt kein Basisschema |
| Mineralische Basis, lange lagerfähig | Setzt Verständnis für den Nährstoffhaushalt voraus |
| Gut als Ergänzung zu bestehenden Systemen | Bei falscher Kombination Überversorgung möglich |
| Blattdüngung für schnelle Korrekturen | Mehr Aufwand als eine Komplettlösung |
| Präzise dosierbar über das Gewicht | Erfordert eine feine Waage |
Fazit
rootinn ist kein Zaubermittel und will keines sein. Die Linie richtet sich an alle, die ihr Grundschema im Griff haben und an einzelnen Punkten nachsteuern wollen – Blattqualität, Spurenelemente, Stresstoleranz.
Wenn du gerade anfängst, ist ein vollständiges Basisschema der bessere Weg. Wenn du dagegen schon weißt, welche Werte bei dir regelmäßig wegdriften, findest du hier gezielte Einzelbausteine statt einer weiteren Komplettflasche.
rootinn im Shop > [Rootinn]
Dünger und Nährstoffe > [Dünger & Nährstoffe]
pH- und EC-Messgeräte > [pH & EC Messgeräte]
Passend dazu: Das rootinn Bewässerungs- und Lichtschema und Der komplette CalMag-Guide.
Häufige Fragen zu rootinn
Ersetzt rootinn meinen Basisdünger?
Nein. Die Linie ist als Ergänzung konzipiert und deckt vor allem Meso- und Mikronährstoffe ab. Die NPK-Grundversorgung brauchst du weiterhin.
Kann ich rootinn mit anderen Düngern kombinieren?
Ja, aber rechne die Nährstoffe zusammen. Wenn dein Basisdünger bereits Calcium und Magnesium enthält, kann eine zusätzliche Gabe zur Überversorgung führen.
Warum Pulver statt Flüssigdünger?
Pulver sind konzentrierter, lange lagerfähig und lassen sich über das Gewicht präziser dosieren. Nachteil: Du brauchst eine feine Waage.
Wann sehe ich eine Wirkung?
Bei Blattdüngung oft nach wenigen Tagen, über das Gießwasser entsprechend später. Nicht nachlegen, bevor du eine Reaktion siehst.
Darf ich Blattdüngung in der Blüte anwenden?
Besser nicht. Feuchtigkeit auf dichten Blütenständen erhöht das Schimmelrisiko erheblich.
Wie fange ich am besten an?
Mit einem Produkt, das ein konkretes Problem adressiert – etwa Fe20 bei Eisenchlorose. Mehrere Neuerungen gleichzeitig machen die Ursachensuche unmöglich.
Brauche ich eine Waage?
Ja, eine Feinwaage mit 0,1-Gramm-Auflösung. Bei konzentrierten Pulvern ist das Abschätzen nach Löffel keine geeignete Methode.